Uebung_207: Interlock: ILOCK_2_E (Event-gesteuertes bistabiles Relais mit gegenseitiger Verriegelung)¶
Einleitung¶
Die Übung 207 realisiert ein event-gesteuertes bistabiles Relais mit gegenseitiger Verriegelung (Interlock). Über zwei Taster (Eingänge I1 und I2) können zwei Ausgänge (Q1 und Q2) wechselseitig gesetzt werden, wobei sich die Ausgänge gegenseitig ausschließen. Ein dritter Taster (Eingang I3) dient als Reset, um beide Ausgänge zurückzusetzen.
Diese Schaltung ist typisch für Sicherheitsanwendungen, bei denen nie beide Ausgänge gleichzeitig aktiv sein dürfen (z. B. Verriegelung von Antrieben oder Weichen).
Verwendete Funktionsbausteine (FBs)¶
| Baustein | Typ | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|
DigitalInput_I1, DigitalInput_I2, DigitalInput_I3 |
logiBUS_IE (logiBUS Digital Input Event) |
Wandelt einen Tastendruck (Single Click) in ein Ereignis IND um. Der Parameter Input legt den physikalischen Eingang fest (z. B. Input_I1). |
ILOCK |
ILOCK_2_E (logiBUS Interlock, eventgesteuert) |
Bistabiles Relais mit zwei Ausgängen OUT1/OUT2. Die Ereignisse CLK1 und CLK2 setzen den jeweiligen Ausgang (mit gegenseitiger Verriegelung), R setzt beide zurück. |
DigitalOutput_Q1, DigitalOutput_Q2 |
logiBUS_QX (logiBUS Digital Output) |
Nimmt über das Ereignis REQ einen Datenwert (OUT) entgegen und gibt ihn am physikalischen Ausgang aus. |
Programmablauf und Verbindungen¶
Die Verschaltung erfolgt innerhalb einer Subapplikation (SubAppType). Die nachfolgende Grafik zeigt die logische Verbindung der Funktionsbausteine:
[I1] → DigitalInput_I1.IND → ILOCK.CLK1
[I2] → DigitalInput_I2.IND → ILOCK.CLK2
[I3] → DigitalInput_I3.IND → ILOCK.R
ILOCK.EO → DigitalOutput_Q1.REQ
→ DigitalOutput_Q2.REQ
ILOCK.OUT1 → DigitalOutput_Q1.OUT
ILOCK.OUT2 → DigitalOutput_Q2.OUT
Ablauf:
-
Setzen von Q1: Ein Tastendruck an Eingang I1 erzeugt ein Ereignis am Ausgang
INDdes BausteinsDigitalInput_I1. Dieses Ereignis wird an den EreigniseingangCLK1des Interlock-BausteinsILOCKweitergeleitet. Daraufhin setztILOCKden DatenausgangOUT1aufTRUEundOUT2aufFALSE(gegenseitige Verriegelung). Anschließend wird über den EreignisausgangEOder AusgangsbausteinDigitalOutput_Q1getriggert, der den Wert vonOUT1an den physikalischen Ausgang Q1 weitergibt. AuchDigitalOutput_Q2erhält dasselbe Ereignis und übernimmt den Wert vonOUT2(der nunFALSEist). -
Setzen von Q2: Analog führt ein Tastendruck an Eingang I2 über
DigitalInput_I2und den EreigniseingangCLK2zum Setzen vonOUT2(und Rücksetzen vonOUT1). -
Reset: Ein Tastendruck an Eingang I3 wird an den Ereigniseingang
Rdes Interlock-Bausteins geführt. Dies setzt beide AusgängeOUT1undOUT2zurück aufFALSE. ÜberEOwerden wieder beide Ausgangsbausteine aktualisiert.
Besonderheit: Die Ausgangsbausteine werden bei jedem Ereignis (egal ob Setzen oder Reset) gemeinsam getriggert, sodass beide Ausgänge stets synchron den Zustand des Interlocks abbilden.
Zusammenfassung¶
Die Übung demonstriert den Einsatz des standardisierten Interlock-Funktionsbausteins ILOCK_2_E aus der logiBUS-Bibliothek. Durch die Verwendung von Ereignis-gesteuerten Digital-Eingängen und -Ausgängen wird ein einfaches, aber sicheres Verriegelungssystem aufgebaut. Die gegenseitige Verriegelung stellt sicher, dass nie beide Ausgänge gleichzeitig aktiv werden – eine typische Anforderung in der Automatisierungstechnik.