Uebung_206: Interlock: ILOCK_T_FF (Zwei gegenseitig verriegelte Toggle-Flip-Flops via Adapter-Kette)¶
Einleitung¶
Diese Übung demonstriert die gegenseitige Verriegelung (Interlock) zweier Toggle-Flip-Flops. Jeder Taster (I1 und I2) steuert einen separaten Ausgang (Q1 bzw. Q2). Die Besonderheit besteht darin, dass die beiden Flip-Flops über eine Adapterverbindung („ILOCK“) miteinander verbunden sind, sodass immer nur einer der beiden Ausgänge aktiv sein kann. Wird der andere Taster betätigt, wird der zuvor aktive Ausgang zurückgesetzt und der neue Ausgang gesetzt. Es entsteht eine einfache Wechselblinkschaltung mit gegenseitiger Verriegelung.
Verwendete Funktionsbausteine (FBs)¶
- DigitalInput_CLK_I1 und DigitalInput_CLK_I2:
logiBUS::io::DI::logiBUS_IE- Parameter:
QI = TRUE,Input = Input_I1bzw.Input_I2,InputEvent = BUTTON_SINGLE_CLICK - Diese Bausteine wandeln das vom Hardware-Eingang (z. B. Taster) kommende Signal in ein Ereignis (
IND) um, das als Takt für die Flip-Flops dient.
- Parameter:
- ILOCK_T_FF_1 und ILOCK_T_FF_2:
logiBUS::signalprocessing::interlock::ILOCK_T_FF- Diese Bausteine sind spezielle Toggle-Flip-Flops mit einer Interlock-Schnittstelle (Adapter). Bei jedem Takt (Ereignis an
CLK) toggelt der AusgangQ. Zusätzlich kann der Ausgangszustand über den Adapter (ILOCK_IN) von außen zurückgesetzt werden.
- Diese Bausteine sind spezielle Toggle-Flip-Flops mit einer Interlock-Schnittstelle (Adapter). Bei jedem Takt (Ereignis an
- DigitalOutput_Q1 und DigitalOutput_Q2:
logiBUS::io::DQ::logiBUS_QX- Parameter:
QI = TRUE,Output = Output_Q1bzw.Output_Q2 - Diese Bausteine geben den Datenwert an den Hardware-Ausgang weiter, sobald ein Ereignis an
REQanliegt.
- Parameter:
Programmablauf und Verbindungen¶
-
Eingangsverarbeitung
Jeder Taster (I1, I2) wird über einenlogiBUS_IE-Baustein eingelesen. Bei jedem Single-Click erzeugt der Baustein ein Ereignis am AusgangIND. -
Toggle-Flip-Flops
Das Ereignis vonDigitalInput_CLK_I1wird mit dem EingangCLKvonILOCK_T_FF_1verbunden. Analog wirdDigitalInput_CLK_I2mitILOCK_T_FF_2verbunden. Bei jedem Ereignis wechselt der AusgangQdes entsprechenden Flip-Flops seinen Zustand (Toggle). -
Gegenseitige Verriegelung (Interlock)
Der AdapterausgangILOCK_OUTvonILOCK_T_FF_1ist mit dem AdaptereingangILOCK_INvonILOCK_T_FF_2verbunden (bidirektionale Kette). Dadurch wird aktiviert, sobaldILOCK_T_FF_1gesetzt ist, der andere Baustein zurückgesetzt. Gleichzeitig wird über die Verbindung auch der umgekehrte Fall realisiert: SetztILOCK_T_FF_2, wirdILOCK_T_FF_1zurückgesetzt. Somit kann immer nur einer der beiden Ausgänge den WertTRUE(also „aktiv“) haben. -
Ausgangsansteuerung
Die AusgangsereignisseEOder Flip-Flops triggern dieREQ-Eingänge der Ausgangsbausteine. Gleichzeitig werden die DatenwerteQan dieOUT-Eingänge der Ausgangsbausteine weitergeleitet. Damit werden die Hardware-Ausgänge Q1 und Q2 entsprechend dem Zustand der Flip-Flops gesetzt.
Lernziele dieser Übung: - Verständnis der Funktionsweise eines Toggle-Flip-Flops (Toggle bei jedem Takt). - Anwendung einer Adapterverbindung zur Realisierung einer gegenseitigen Verriegelung (Interlock). - Einlesen von Tastern mit Single-Click-Ereignissen und Ausgabe an digitale Ausgänge. - Aufbau einer einfachen Zustandssteuerung mit zwei sich ausschließenden Zuständen.
Schwierigkeitsgrad: Mittel
Vorkenntnisse: Grundlagen der IEC 61499, Ereignis- und Datenverbindungen, Umgang mit Adaptern.
Zusammenfassung¶
Die Übung 206 zeigt eine elegante Lösung für eine gegenseitig verriegelte Schaltung mit zwei Toggle-Flip-Flops. Durch die Verwendung des vorgefertigten Interlock-Bausteins ILOCK_T_FF und der Adapterverbindung zwischen beiden Instanzen wird sichergestellt, dass stets nur ein Ausgang aktiv ist. Dieses Prinzip findet sich häufig in Steuerungen, bei denen mehrere Aktoren nicht gleichzeitig aktiv sein dürfen (z. B. Richtungswechsel eines Motors, Schrankensteuerung).