AUS_MUX_4¶
Einleitung¶
Der AUS_MUX_4 ist ein generischer Funktionsblock (FB) nach IEC 61499, der als Multiplexer für vier AUS-Adapter-Signale dient. Über einen ganzzahligen Index K wird einer der vier Eingänge (IN1..IN4) auf den Ausgang (OUT) durchgeschaltet. Der Baustein eignet sich für modulare Steuerungsanwendungen, bei denen eine Signalauswahl ereignisgesteuert erfolgen soll.
Schnittstellenstruktur¶
Ereignis-Eingänge¶
| Ereignis | Beschreibung | Mit |
|---|---|---|
| REQ | Löst die Umschaltung aus; wertet den Index K aus. | K |
Ereignis-Ausgänge¶
| Ereignis | Beschreibung |
|---|---|
| CNF | Bestätigt die erfolgreiche Durchführung der Umschaltung. |
Daten-Eingänge¶
| Variable | Typ | Beschreibung |
|---|---|---|
| K | UINT | Index zur Auswahl des Eingangs (Wertebereich 0..3). |
Daten-Ausgänge¶
Der Baustein besitzt keine separaten Datenausgänge; die Ausgangsdaten werden über den Adapter-Plug OUT bereitgestellt.
Adapter¶
| Richtung | Name | Typ | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Socket (Eingang) | IN1 | adapter::types::unidirectional::AUS | Erster Eingang, aktiv bei K = 0 |
| Socket (Eingang) | IN2 | adapter::types::unidirectional::AUS | Zweiter Eingang, aktiv bei K = 1 |
| Socket (Eingang) | IN3 | adapter::types::unidirectional::AUS | Dritter Eingang, aktiv bei K = 2 |
| Socket (Eingang) | IN4 | adapter::types::unidirectional::AUS | Vierter Eingang, aktiv bei K = 3 |
| Plug (Ausgang) | OUT | adapter::types::unidirectional::AUS | Ausgang, der den jeweils ausgewählten Eingang widerspiegelt |
Funktionsweise¶
Sobald ein Ereignis am REQ-Eingang eintrifft, liest der FB den aktuellen Wert von K aus. Abhängig von K (0, 1, 2 oder 3) wird der entsprechende Adapter-Eingang (IN1..IN4) auf den Adapter-Ausgang OUT durchgeschaltet. Nach Abschluss der Umschaltung wird das CNF-Ereignis gesendet. Der Baustein arbeitet ereignisgesteuert und ohne interne Verzögerung; die Schaltung erfolgt direkt beim REQ-Ereignis.
Technische Besonderheiten¶
- Generischer Funktionsblock: Der FB besitzt das Attribut
GenericClassNamemit dem Wert'GEN_AUS_MUX', was eine spätere Typ-Parametrisierung oder -Spezialisierung ermöglicht. - Adapterbasiert: Alle Ein- und Ausgänge verwenden den spezifischen Adaptertyp
AUS(unidirektional). Dies fördert die Wiederverwendbarkeit und eine klare Schnittstellendefinition. - Standardkonform: Implementiert nach IEC 61499-2.
- Version 1.0, freigegeben am 28.05.2026.
Zustandsübersicht¶
Der Baustein ist als einfacher ereignisgesteuerter FB ohne explizite Zustandsmaschine realisiert (impliziter Basic-FB). Das Verhalten kann wie folgt abstrahiert werden:
- IDLE: Wartet auf ein REQ-Ereignis.
- PROCESSING: Nach Empfang von REQ wird der Index ausgewertet, die Verbindung hergestellt und sofort das CNF-Ereignis gesendet. Anschließend kehrt der FB in den IDLE-Zustand zurück.
Es gibt keine weiteren Zustände oder Verzögerungen.
Anwendungsszenarien¶
- Sensorauswahl: Auswahl eines von vier analogen oder digitalen Sensoren in einer Maschinensteuerung.
- Modusumschaltung: Umschalten zwischen verschiedenen Betriebsarten (z. B. Automatik, Handbetrieb, Wartung) in der Agrartechnik.
- Adapterbasierte Multiplexing: Einsatz in modularen Steuerungssystemen, in denen AUS-Adapter als einheitliches Signalformat verwendet werden.
Vergleich mit ähnlichen Bausteinen¶
- Gegenüber einem allgemeinen MUX-Baustein (z. B. für einfache boolesche oder numerische Typen) arbeitet der AUS_MUX_4 ausschließlich mit dem Adaptertyp AUS. Dies schränkt die Signalarten ein, bietet aber eine typsichere und modulare Schnittstelle.
- Ein AUS_DEMUX würde einen Eingang auf mehrere Ausgänge verteilen; der AUS_MUX_4 realisiert die umgekehrte Selektion.
- Andere Multiplexer mit mehr Kanälen (z. B. AUS_MUX_8) wären für größere Auswahlen geeignet, während dieser auf vier Kanäle spezialisiert ist.
Fazit¶
Der AUS_MUX_4 ist ein spezialisierter, aber flexibler Multiplexer für die Auswahl eines von vier AUS-Signalen. Dank der Adapter-Schnittstelle und des generischen Ansatzes lässt er sich gut in modulare Automatisierungslösungen integrieren. Er eignet sich besonders für Anwendungen, die eine ereignisgesteuerte Signalselektion mit klar definierten Schnittstellen erfordern.