Uebung_201_Interlock_AX: Interlock advanced exercise (AX)¶
Einleitung¶
Diese Übung erweitert die grundlegende Interlock-Schaltung auf eine komplexere Anwendung (Advanced eXercise). Ziel ist es, vier digitale Eingänge (I1–I4) über eine verkettete Verriegelungslogik (Interlock) mit vier digitalen Ausgängen (Q1–Q4) zu verbinden. Die Besonderheit liegt in der seriellen Verschaltung der Interlock-Bausteine: Der Freigabeausgang eines Bausteins wird mit dem Freigabeeingang des nächsten Bausteins verbunden, sodass eine Abhängigkeitskette entsteht. Dies ermöglicht zeitliche oder logische Sperren zwischen aufeinanderfolgenden Ausgängen und eignet sich für Anwendungen wie sequenzielle Maschinensteuerungen oder Sicherheitsschaltungen.
Verwendete Funktionsbausteine (FBs)¶
Sub-Bausteine: DigitalInput_Ix¶
- Typ:
logiBUS::io::DI::logiBUS_IXA - Verwendete interne FBs: Keine (Hardware-nah)
- Parameter:
QI=TRUEInput= entsprechendes physikalisches Eingangssignal (Input_I1–I4)- Funktionsweise: Wandelt ein digitales Eingangssignal der logiBUS-Hardware in ein internes Adapter- oder Datensignal um. Stellt den Sensorwert am Adapterausgang
INbereit.
Sub-Bausteine: DigitalOutput_Qx¶
- Typ:
logiBUS::io::DQ::logiBUS_QXA - Verwendete interne FBs: Keine (Hardware-nah)
- Parameter:
QI=TRUEOutput= entsprechendes physikalisches Ausgangssignal (Output_Q1–Q4)- Funktionsweise: Empfängt ein Signal am Adaptereingang
OUTund aktiviert den zugehörigen digitalen Hardware-Ausgang (z. B. Relais, Ventil, Lampe).
Sub-Baustein: ILOCK_AX_x¶
- Typ:
logiBUS::signalprocessing::interlock::ILOCK_IO_AX - Verwendete interne FBs: Keine (geschlossener Funktionsbaustein)
- Parameter: Keine expliziten Parameter in diesem Projekt (Standardparameter)
- Adaptereingänge:
IN: Digitaleingangsfreigabe-SchnittstelleILOCK_IN: Interlock-Verkettungseingang (von vorherigem Baustein)- Adapterausgänge:
OUT: Digitalausgangsfreigabe-SchnittstelleILOCK_OUT: Interlock-Verkettungsausgang (zum nächsten Baustein)- Funktionsweise: Der Baustein realisiert eine verriegelnde Steuerlogik (Interlock). Der Ausgang
OUTwird nur dann aktiviert, wenn der EingangINaktiv und der VerkettungseingangILOCK_INfreigegeben ist. Nach Aktivierung gibt er selbst amILOCK_OUTdie Freigabe für den nächsten Baustein in der Kette weiter. So entsteht eine sequenzielle Abhängigkeit: Q1 muss zuerst kommen, damit Q2 freigegeben wird, dann Q3, dann Q4.
Programmablauf und Verbindungen¶
Die Schaltung besteht aus vier identischen Interlock-Stufen, die in Reihe geschaltet sind. Jede Stufe enthält: - einen digitalen Eingang (DigitalInput) - einen ILOCK_IO_AX-Baustein - einen digitalen Ausgang (DigitalOutput)
Die Verbindungen im Netzwerk:
1. Eingangsseite: Jeder DigitalInput ist mit seinem zugehörigen ILOCK_AX-Baustein über den Adapter IN verbunden.
- DigitalInput_I1.IN → ILOCK_AX_1.IN
- DigitalInput_I2.IN → ILOCK_AX_2.IN
- DigitalInput_I3.IN → ILOCK_AX_3.IN
- DigitalInput_I4.IN → ILOCK_AX_4.IN
- Ausgangsseite: Jeder
ILOCK_AXleitet sein Freigabesignal über den AdapterOUTan den zugehörigenDigitalOutputweiter. ILOCK_AX_1.OUT→DigitalOutput_Q1.OUTILOCK_AX_2.OUT→DigitalOutput_Q2.OUTILOCK_AX_3.OUT→DigitalOutput_Q3.OUT-
ILOCK_AX_4.OUT→DigitalOutput_Q4.OUT -
Verkettete Verriegelung (Interlock-Kette):
ILOCK_AX_1.ILOCK_OUT→ILOCK_AX_2.ILOCK_INILOCK_AX_2.ILOCK_OUT→ILOCK_AX_3.ILOCK_INILOCK_AX_3.ILOCK_OUT→ILOCK_AX_4.ILOCK_IN
Der Ablauf: Um Q2 zu aktivieren, muss zuerst Q1 aktiv sein (weil ILOCK_IN von Baustein 2 vom ILOCK_OUT von Baustein 1 kommt). Analog muss für Q3 sowohl Q1 als auch Q2 aktiv sein, für Q4 alle vorherigen. Diese Kette stellt sicher, dass die Ausgänge nur in der vorgegebenen Reihenfolge zugeschaltet werden können – ein typisches Sicherheits- oder Sequenzverhalten.
Hinweise zur Bedienung: Die Übung kann in der 4diac-IDE durch das Laden des SubApp-Typs Uebung_201_Interlock_AX und anschließendes Ausführen auf einer logiBUS-Hardwareplattform getestet werden. Die Eingänge sollten wechselweise oder nacheinander aktiviert werden, um die sequenzielle Freigabe zu beobachten.
Zusammenfassung¶
Die Übung Uebung_201_Interlock_AX demonstriert die praktische Anwendung verketteter Interlock-Bausteine (ILOCK_IO_AX) in einer 4diac-Umgebung. Vier unabhängige Eingangs-/Ausgangspaare werden seriell so verschaltet, dass jeder nachfolgende Ausgang nur freigegeben wird, wenn der vorherige Ausgang bereits aktiv ist. Dieses Prinzip wird häufig in der Automatisierungstechnik für Anlaufsequenzen, Schutzverriegelungen oder Maschinensicherheit eingesetzt. Der Lernende vertieft das Verständnis für die Verschaltung von Adaptern und die Erstellung von Abhängigkeitsketten in IEC 61499.