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AULI_MUX_2

AULI_MUX_2


Einleitung

Der Funktionsblock AULI_MUX_2 realisiert einen digitalen Multiplexer (MUX) mit zwei Eingängen und einem Ausgang, die als unidirektionale AULI‑Adapter ausgeführt sind.
Er wird verwendet, um abhängig von einem Indexwert K einen der beiden am Eingang anliegenden Datenströme an den Ausgang weiterzuleiten.
Der Baustein ist als generischer Funktionsblock (GenericClassName: GEN_AULI_MUX) spezifiziert und eignet sich für Anwendungen, bei denen ein einfaches Umschalten zwischen zwei Signalquellen erforderlich ist.

Schnittstellenstruktur

Ereignis-Eingänge

Name Typ Kommentar
REQ Event Setzt den Index K und löst die Auswahl aus.

Ereignis-Ausgänge

Name Typ Kommentar
CNF Event Bestätigt die Umschaltung nach Verarbeitung eines REQ-Ereignisses.

Daten-Eingänge

Name Datentyp Kommentar
K UINT Auswahlindex (erwartet: 0 für IN1, 1 für IN2).

Daten-Ausgänge

Keine direkten Datenausgänge – der ausgegebene Wert wird über den Adapter OUT transportiert.

Adapter

Name Typ (Adapter) Richtung Kommentar
OUT adapter::types::unidirectional::AULI Plug Ausgang des Multiplexers – liefert den Wert des gewählten Eingangs.
IN1 adapter::types::unidirectional::AULI Socket Erster Eingang (Auswahl bei K = 0).
IN2 adapter::types::unidirectional::AULI Socket Zweiter Eingang (Auswahl bei K = 1).

Funktionsweise

Der Funktionsblock arbeitet ereignisgesteuert:
1. Ein REQ-Ereignis übernimmt den aktuellen Wert des Daten-Eingangs K.
2. Der Baustein kopiert den Datenwert des Adapters IN1 auf den Adapter OUT, falls K = 0, bzw. den Wert von IN2 auf OUT, falls K = 1.
3. Nach erfolgter Übertragung wird das CNF-Ereignis ausgegeben.

Der Index K wird nur bei einem REQ-Ereignis gelesen; eine Änderung des Index ohne Ereignis hat keine unmittelbare Wirkung.

Technische Besonderheiten

  • Generischer Baustein: Der FB ist als generischer Typ (GEN_AULI_MUX) definiert, sodass er in verschiedenen Kontexten mit demselben Adapterprotokoll eingesetzt werden kann.
  • Unidirektionale Adapter: Alle Adapter sind als unidirectional::AULI spezifiziert – die Daten fließen nur vom Socket zum Plug.
  • Keine Zustandsspeicherung: Der Baustein besitzt keinen internen Zustandsautomaten; die Umschaltung erfolgt rein kombinatorisch auf das REQ-Ereignis hin.
  • Minimale Latenz: Durch die direkte Weiterleitung der Adapterdaten entsteht keine Verzögerung durch aufwändige Verarbeitung.

Zustandsübersicht

Der FB besitzt keinen expliziten Zustandsautomaten. Er verhält sich wie eine ereignisgesteuerte Übertragungsfunktion: - Warten auf REQ → Lesen von K, Weiterleiten des entsprechenden Eingangs, Ausgabe von CNF.
- Systembedingte Wartezeiten können entstehen, wenn die angeschlossenen Adapter keine Daten bereitstellen (blockierendes Verhalten des AULI‑Protokolls).

Anwendungsszenarien

  • Signalumschaltung: Wahl zwischen zwei Sensoren, Messwerten oder Steuersignalen in der Automatisierungstechnik.
  • Redundante Kanäle: Aktivierung eines Reserveeingangs (IN2) bei Ausfall des primären Signals (IN1).
  • Parametrierbare Datenquellen: Auswahl verschiedener Datenströme durch übergeordnete Steuerungslogik (z. B. über einen Index aus einem HM‑Panel).
  • Generische Umsetzung: Der FB kann in SPS‑Bibliotheken als Grundbaustein für beliebige AULI‑Adaptersignale verwendet werden.

Vergleich mit ähnlichen Bausteinen

  • MUX_4-Bausteine (Vierfach-Multiplexer): Diese benötigen zwei Auswahlleitungen (K=0..3) und haben vier Eingangsadapter. AULI_MUX_2 ist auf zwei Kanäle beschränkt, dafür einfacher und schneller.
  • SELECT (IEC 61131‑3): Arbeitet auf elementaren Datentypen (BOOL, INT, …), während AULI_MUX_2 über strukturierte Adapter kommuniziert und daher komplexe Datenobjekte übertragen kann.
  • MERGE-Bausteine: Diese kombinieren mehrere Eingänge parallel (z. B. Logik‑ODER), während der MUX exklusiv einen einzelnen Kanal durchschaltet.

Fazit

Der Funktionsblock AULI_MUX_2 stellt einen einfachen, aber robusten Multiplexer für den Einsatz in 4diac‑Umgebungen dar.
Dank seiner generischen Definition und der ereignisgesteuerten Schnittstelle ist er flexibel einsetzbar und fügt sich nahtlos in Adapter‑basierte Kommunikationsstrukturen ein.
Er eignet sich besonders für Anwendungen, in denen schnell und zuverlässig zwischen zwei Signalquellen umgeschaltet werden muss.