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AUI_UDINT_GT

AUI_UDINT_GT


Einleitung

Der Funktionsblock AUI_UDINT_GT realisiert einen Vergleich zweier vorzeichenloser 32‑Bit‑Ganzzahlen (UDINT) auf „größer als“. Der Baustein gehört zur Familie der IEC‑61131‑3‑Vergleichsfunktionen und ist speziell für den Einsatz mit Adapter‑Schnittstellen (unidirektional) konzipiert. Die Verarbeitung wird durch ein eingehendes Ereignis ausgelöst.

Schnittstellenstruktur

Ereignis-Eingänge

Ereignis Datentyp Kommentar
REQ Event Service Request – löst die Vergleichsoperation aus. Erwartet einen gültigen Wert an IN2.

Ereignis-Ausgänge

Keine direkten Ereignis-Ausgänge. Das Ergebnis wird über den Adapter OUT ausgegeben.

Daten-Eingänge

Name Datentyp Kommentar
IN2 UDINT Zweiter Eingangswert für den Vergleich (Wert 2).

Daten-Ausgänge

Keine direkten Daten-Ausgänge. Das Vergleichsergebnis wird über den Adapter OUT ausgegeben.

Adapter

Name Typ Richtung Kommentar
IN1 adapter::types::unidirectional::AUI Socket Aufnehmender Adapter – liefert den ersten Eingangswert (Wert 1) und ein Auslöseereignis.
OUT adapter::types::unidirectional::AX Plug Ausgebender Adapter – gibt das Vergleichsergebnis (Boolescher Wert) sowie ein Bestätigungsereignis aus.

Funktionsweise

Der Baustein vergleicht die beiden Eingangswerte IN1 und IN2 nach der größer-als‑Relation.

  • Der Wert IN1 wird über den Adapter IN1 (Socket) bezogen.
  • Der Wert IN2 wird direkt am Daten-Eingang IN2 angelegt.
  • Ein Ereignis an REQ oder das über den Adapter kommende Ereignis löst die Verarbeitung aus.
  • Intern wird der eigentliche Vergleich durch den Funktionsblock F_GT durchgeführt.
  • Das Ergebnis (TRUE wenn IN1 > IN2, sonst FALSE) wird über den Adapter OUT (Plug) ausgegeben, begleitet von einem Ereignis an dessen E1‑Eingang.

Technische Besonderheiten

  • Adapterbasierte Kommunikation: Der Baustein kapselt die Ein‑ und Ausgabe in unidirektionalen Adaptern. Dadurch kann er leicht in komplexe Komponentennetzwerke eingebunden werden, ohne direkte Daten‑ oder Ereignisverbindungen auf jeder Ebene.
  • Interner Subbaustein: Die Verarbeitungslogik wird nicht selbst implementiert, sondern durch den standardisierten F_GT-Baustein aus der IEC‑61131‑3‑Bibliothek realisiert.
  • Typisierung: Alle Daten sind vom Typ UDINT – vorzeichenlose 32‑Bit‑Ganzzahlen nach IEC 61131‑3.
  • Parallele Auslösung: Sowohl das Ereignis REQ als auch das vom Adapter IN1 kommende Ereignis können die Operation starten; dies ermöglicht flexible Steuerungsmuster.

Zustandsübersicht

Der Baustein besitzt keine eigene explizite Zustandsmaschine. Das Verhalten ist rein ereignisgesteuert: - Initial: Warten auf ein Ereignis an REQ oder über IN1.E1. - Verarbeitung: Nach Eintreffen eines Ereignisses und gültiger Daten wird der Vergleich ausgeführt. - Ausgabe: Sofort nach Abschluss wird das Ergebnis über OUT zusammen mit einem Ereignis ausgegeben.

Ein- und Ausgangsdaten werden nicht zwischengespeichert; der Baustein arbeitet im reinen kombinatorischen Modus.

Anwendungsszenarien

  • Grenzwertüberwachung: Prüfen, ob ein Messwert (z. B. Drehzahl, Füllstand) einen vorgegebenen Schwellwert überschreitet.
  • Zustandssteuerung: Auslösen einer Aktion, wenn eine Zählvariable größer als ein Limit ist.
  • Sequenzielle Ablaufsteuerung: Ermitteln des übergeordneten Index oder der Priorität in einer Ablaufkette.
  • Adapter‑basierte Komponenten: Einbinden dieses Bausteins in eine Komponentenbibliothek, die über genormte Adapter kommuniziert (z. B. nach dem 4diac‑IDE‑Ansatz).

Vergleich mit ähnlichen Bausteinen

Baustein Funktion Adaptertyp
AUI_UDINT_GT IN1 > IN2 AUI (Socket), AX (Plug)
AUI_UDINT_LT IN1 < IN2 analog
AUI_UDINT_EQ IN1 = IN2 analog
AUI_UDINT_GE IN1 >= IN2 analog
AUI_UDINT_LE IN1 <= IN2 analog
AUI_UDINT_NE IN1 != IN2 analog

Diese Bausteinserie bildet die vollständige Menge der sechs Vergleichsoperatoren ab und unterscheidet sich nur durch die ausgewählte Vergleichsfunktion. Die Schnittstelle ist identisch, sodass ein Austausch ohne Änderung der Verbindungen möglich ist.

Fazit

AUI_UDINT_GT ist ein spezialisierter, aber flexibler Vergleichsbaustein für den industriellen Einsatz. Die Verwendung von Adaptern vereinfacht die Integration in modulare Automatisierungssysteme und macht die Schnittstelle wiederverwendbar. Dank der IEC‑61131‑3‑Konformität und der einfachen internen Struktur eignet er sich besonders für klare, wartbare Steuerungslogiken.