UDINT_AUI_AX_SEL¶
Einleitung¶
Der Funktionsblock UDINT_AUI_AX_SEL realisiert eine binäre Auswahl zwischen zwei Eingangswerten. Die Auswahl wird über einen Adapter vom Typ AX gesteuert, der typischerweise eine Achsenposition oder einen digitalen Zustand liefert. Der Baustein dient zur flexiblen Umschaltung von Signalquellen in Automatisierungslösungen.
Schnittstellenstruktur¶
Ereignis-Eingänge¶
| Ereignis | Kommentar |
|---|---|
EI0 |
Setzt den Wert von IN0 |
EI1 |
Setzt den Wert von IN1 |
Ereignis-Ausgänge¶
| Ereignis | Kommentar |
|---|---|
CNF |
Bestätigung des abgeschlossenen Auswahlvorgangs |
Daten-Eingänge¶
| Variable | Typ | Kommentar |
|---|---|---|
IN0 |
ANY_ELEMENTARY | Erster auswählbarer Eingangswert |
IN1 |
UINT | Zweiter auswählbarer Eingangswert (fester Typ) |
Daten-Ausgänge¶
| Variable | Typ | Kommentar |
|---|---|---|
OUT |
UINT | Ausgewählter Wert (entspricht IN0 oder IN1) |
Adapter¶
| Adapter | Typ | Kommentar |
|---|---|---|
G |
adapter::types::unidirectional::AX |
Liefert das binäre Auswahlsignal (0/1) |
Funktionsweise¶
Der FB arbeitet ereignisgesteuert:
- Bei einem Ereignis an
EI0wird der aktuelle Wert vonIN0intern übernommen. - Bei einem Ereignis an
EI1wird der aktuelle Wert vonIN1intern übernommen. - Über den Adapter
Gwird permanent das AuswahlsignalG.D1bezogen. WennG.D1 = FALSE, wird der Wert vonIN0an den AusgangOUTweitergeleitet; beiG.D1 = TRUEwird der Wert vonIN1ausgegeben. - Nach erfolgreicher internen Verarbeitung wird ein Ereignis am Ausgang
CNFgesendet, um die Auswahl zu bestätigen.
Die eigentliche Auswahllogik wird durch einen internen F_SEL-Baustein (IEC 61131) realisiert, der die beiden zwischengespeicherten Werte anhand des Auswahlsignals G.D1 steuert.
Technische Besonderheiten¶
- Flexibler Eingang
IN0: Der erste Eingang ist alsANY_ELEMENTARYdeklariert, sodass er verschiedene elementare Datentypen akzeptieren kann. Der zweite Eingang und der Ausgang sind aufUINTfestgelegt – eine Typanpassung muss außerhalb erfolgen. - Adapterbasierte Ansteuerung: Die Auswahl erfolgt nicht über einen direkten boolschen Eingang, sondern über den Adapter
AX. Dies ermöglicht eine lose Kopplung an physikalische oder logische Achsensignale. - Ereignisgesteuerte Aktualisierung: Die Werte von
IN0undIN1werden nur durch explizite Ereignisse übernommen, nicht zyklisch. Dadurch wird die Auswahl deterministisch gesteuert. - Interne Verwendung von
F_SEL: Der Baustein nutzt den bewährten IEC‑61131‑Bausteinselection::F_SELfür die Kernlogik.
Zustandsübersicht¶
Der Funktionsblock besitzt keinen expliziten Zustandsautomaten. Die Ablaufsteuerung erfolgt rein ereignisorientiert über die Event-Eingänge und den internen F_SEL. Die Werte der Eingänge werden bei den entsprechenden Events gelatcht und dann kontinuierlich gemäß dem Auswahlsignal durchgeschaltet.
Anwendungsszenarien¶
- Achsenabhängige Signalauswahl: In einer Werkzeugmaschine kann über die Achsposition (bereitgestellt durch den
AX-Adapter) zwischen zwei Messsignalquellen umgeschaltet werden. - Redundante Sensorauswahl: Bei zwei Sensoren, die unterschiedliche Werte liefern (z. B. ein analoger und ein digitaler), wählt der FB den aktiven Wert basierend auf einem Betriebsmodus-Signal.
- Parametrierbare Betriebsarten: Ein Adapter liefert einen Schaltbefehl (0/1) und ermöglicht so die Auswahl zwischen zwei vordefinierten Sollwerten.
Vergleich mit ähnlichen Bausteinen¶
Im Gegensatz zu einem einfachen IEC‑61131‑SEL-Baustein, der direkt einen boolschen Eingang G besitzt, kapselt UDINT_AUI_AX_SEL die Auswahl hinter einem Adapter. Dadurch wird die Logik von der Signalquelle entkoppelt und die Wiederverwendbarkeit erhöht. Der Baustein bietet zudem eine explizite Ereignissteuerung für die Übernahme der Eingangswerte, während ein Standard‑SEL die Werte üblicherweise zyklisch abtastet.
Fazit¶
Der Funktionsblock UDINT_AUI_AX_SEL ist ein flexibler binärer Selektor, der sich durch seine adapterbasierte Steuerung und ereignisgesteuerte Aktualisierung auszeichnet. Er eignet sich besonders für Anwendungen, in denen die Auswahl von Signalquellen von einer externen Achsen- oder Zustandsinformation abhängt und eine deterministische, nicht‑zyklische Verarbeitung erforderlich ist.