E_CYCLE¶
Einleitung¶
Der E_CYCLE ist ein Funktionsbaustein nach IEC 61499, der als periodischer Ereignisgenerator dient. Nach dem Starten feuert der Baustein in einem festgelegten Zeitintervall (DT) wiederholt ein Ausgangsereignis (EO). Er ist das grundlegende Werkzeug zur Erstellung von Taktgebern und zyklischen Abläufen.
Schnittstellenstruktur¶
Ereignis-Eingänge¶
- START: Startet die periodische Generierung von
EO-Ereignissen.- Verbundene Daten:
DT
- Verbundene Daten:
- STOP: Stoppt die Generierung von
EO-Ereignissen.
Ereignis-Ausgänge¶
- EO (Event Output): Das zyklisch ausgelöste Ausgangsereignis.
Daten-Eingänge¶
- DT (Delay Time): Die Zeitdauer zwischen den einzelnen
EO-Ereignissen (Datentyp:TIME).
Funktionsweise¶
Die Funktionalität des E_CYCLE basiert intern auf einer Rückkopplungsschleife mit einem E_DELAY-Baustein.
-
Starten des Zyklus:
- Ein
START-Ereignis am Eingang löst den internen Timer mit der amDT-Eingang angegebenen Zeitdauer aus. - Nach Ablauf dieser Zeit
DTwird das ersteEO-Ereignis am Ausgang ausgelöst.
- Ein
-
Zyklischer Betrieb:
- Das ausgelöste
EO-Ereignis wird intern sofort wieder auf den Starteingang des Timers zurückgekoppelt. - Dadurch wird der Timer umgehend neu gestartet, und nach einer weiteren Zeitspanne
DTwird das nächsteEO-Ereignis ausgelöst. - Dieser Prozess wiederholt sich kontinuierlich und erzeugt so eine periodische Folge von
EO-Ereignissen im Abstand vonDT.
- Das ausgelöste
-
Stoppen des Zyklus:
- Ein
STOP-Ereignis am Eingang unterbricht die interne Rückkopplungsschleife. - Der Timer wird gestoppt und es werden keine weiteren
EO-Ereignisse mehr generiert, bis ein erneutesSTART-Ereignis eintrifft.
- Ein
Technische Besonderheiten¶
- Ereignisgenerator: Der Baustein erzeugt eine Kette von Ereignissen, keinen kontinuierlichen Zustand (wie z.B. eine Rechteckwelle). Um ein Blinken zu realisieren, müsste das
EO-Ereignis beispielsweise einenE_T_FF(Toggle Flip-Flop) ansteuern. - Präzise Zeitsteuerung: Ermöglicht eine genaue Definition der Zykluszeit über den
TIME-Datentyp. - Ereignisgesteuerte Architektur: Die gesamte Steuerung (Start/Stopp) erfolgt rein ereignisbasiert.
Anwendungsszenarien¶
- Taktgeber: Periodisches Anstoßen von anderen Funktionsblöcken in einem festen Takt (z.B. für Abtastungen oder Berechnungen).
- Blinker/Warnleuchten: Als Impulsgeber für einen nachgeschalteten Flip-Flop, um ein visuelles Signal zu erzeugen.
- Watchdog: Periodisches Senden eines "Lebenszeichens". Wenn das Signal ausbleibt, kann ein Fehler erkannt werden.
- Testautomatisierung: Generierung von periodischen Stimuli für zu testende Systeme.
⚖️ Vergleich mit ähnlichen Bausteinen¶
| Merkmal | E_CYCLE | E_DELAY | E_PULSE (hypothetisch) |
|---|---|---|---|
| Funktion | Periodischer Taktgeber | Einmalige Verzögerung | Einmaliger Impuls fester Dauer |
| Wiederholung | Kontinuierlich | Einmalig pro START-Ereignis |
Einmalig pro REQ-Ereignis |
| Steuerung | START/STOP | START/STOP | REQ |
🛠️ Zugehörige Übungen¶
- Uebung_007
- Uebung_007_AX
- Uebung_007a1
- Uebung_007a1_AX
- Uebung_007a2
- Uebung_007a2_AX
- Uebung_007a3
- Uebung_008
- Uebung_009
- Uebung_020c3
- Uebung_020c3_AX
- Uebung_020e2
- Uebung_020e2_AX
- Uebung_020f2
- Uebung_020f2_AX
- Uebung_084
- Uebung_152
- Uebung_153
Fazit¶
Der E_CYCLE-Baustein ist ein essenzielles Werkzeug für alle Anwendungen, die eine periodische oder zyklische Logik erfordern. Er implementiert auf einfache Weise einen Taktgeber, dessen Frequenz über den DT-Parameter präzise eingestellt werden kann. Sein rein ereignisbasiertes Verhalten macht ihn zu einer effizienten und fundamentalen Komponente in der IEC 61499-Systemarchitektur.