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AX_E_SWITCH

AX_E_SWITCH


Einleitung

Der Funktionsblock AX_E_SWITCH realisiert ein ereignisgesteuertes Demultiplexing (Weiche) auf Basis eines booleschen Signals. Er empfängt ein Ereignis am Eingang EI und leitet es abhängig vom Wert des Adapters G entweder an den Ausgang EO0 oder EO1 weiter. Dadurch lassen sich Ereignisflüsse in Abhängigkeit von Zuständen oder Entscheidungen aufteilen.


Schnittstellenstruktur

Ereignis-Eingänge

Bezeichnung Typ Beschreibung
EI Event Ereigniseingang, der umgeschaltet wird

Ereignis-Ausgänge

Bezeichnung Typ Beschreibung
EO0 Event Wird aktiviert, wenn G = 0
EO1 Event Wird aktiviert, wenn G = 1

Daten-Eingänge

Der Baustein besitzt keine separaten Dateneingänge. Die Schaltinformation wird über den Adapter G bereitgestellt.

Daten-Ausgänge

Keine Datenausgänge vorhanden.

Adapter

Bezeichnung Typ Beschreibung
G adapter::types::unidirectional::AX Boolesche Schnittstelle; liefert den Wert für die Umschaltung (0 → EO0, 1 → EO1)

Funktionsweise

Der AX_E_SWITCH ist intern als Kapselung des Standardbausteins E_SWITCH realisiert. Ein eingehendes Ereignis an EI wird an den internen Baustein weitergeleitet. Der Adapter G liefert den booleschen Wert (über die Datenverbindung G.D1E_SWITCH.G).
- Bei G = 0 wird das Ereignis an EO0 ausgegeben.
- Bei G = 1 wird das Ereignis an EO1 ausgegeben.
Der Baustein arbeitet deterministisch und ohne interne Zustandshaltung; die Umschaltung erfolgt in einem einzigen Ausführungsschritt.


Technische Besonderheiten

  • Adapter-Schnittstelle: Der boolesche Schaltwert wird nicht als klassischer Dateneingang, sondern über einen Adapter bereitgestellt. Dies ermöglicht eine lose Kopplung und Wiederverwendung standardisierter Schnittstellen (Typ unidirectional::AX).
  • Wiederverwendung: Intern wird der IEC‑61499‑Standardbaustein E_SWITCH verwendet, was Kompatibilität und einfache Nachvollziehbarkeit sicherstellt.
  • Keine Nebenwirkungen: Der Baustein ist rein komponentenbasiert und verändert keine globalen Daten oder Zustände.

Zustandsübersicht

Der AX_E_SWITCH besitzt keinen eigenen expliziten Zustandsautomaten. Das Verhalten ist rein ereignisgesteuert und unterscheidet sich nicht von einer einfachen Weiche. Eine Zustandsübersicht entfällt daher.


Anwendungsszenarien

  • Ereignisweiche in Steuerungslogiken: Aufteilen eines Ereignisstroms auf zwei Pfade, z. B. abhängig von einem Sensorwert oder einer Betriebsart.
  • Qualitätskontrolle: Weiterleitung eines Ereignisses an unterschiedliche Verarbeitungsblöcke je nach Prüfergebnis (Gut/Schlecht).
  • Betriebsmodus-Umschaltung: Steuerung von Abläufen, die im Normal- oder Störungsmodus unterschiedlich reagieren.

Vergleich mit ähnlichen Bausteinen

  • Standardbaustein E_SWITCH: Besitzt einen direkten booleschen Dateneingang anstelle eines Adapters. Der AX_E_SWITCH kapselt diesen und bietet eine adapterbasierte Schnittstelle, die in modularen Architekturen bevorzugt wird.
  • E_DEMUX (vergleichbare Funktion): Einige Bibliotheken bieten ebenfalls Demultiplexer, aber meist mit mehreren Ausgängen oder ohne Adapteranbindung. Der AX_E_SWITCH fokussiert auf den Spezialfall 2‑fach mit Adapter.

Fazit

Der AX_E_SWITCH ist ein einfacher, aber nützlicher Funktionsblock zur ereignisbasierten Weichenstellung. Durch die Adapter-Schnittstelle fügt er sich nahtlos in komponentenorientierte Steuerungsprojekte ein und ermöglicht eine saubere Trennung von Ereignislogik und Entscheidungsdaten. Er eignet sich besonders für modulare und wiederverwendbare Automatisierungslösungen.