Uebung_004b3b: Zwei gegenseitig verriegelte Toggle-Flip-Flops (Radio-Button-Logik) via Event-Verdrahtung¶
Einleitung¶
Diese Übung realisiert eine Radio-Button-Logik – zwei Toggle-Flip-Flops, die sich gegenseitig verriegeln.
Durch die Ereignisverdrahtung wird sichergestellt, dass immer nur einer der beiden Ausgänge (Q1 oder Q2) aktiv sein kann.
Ein Tastendruck auf den zugehörigen Eingang setzt das entsprechende Flip-Flop und setzt das andere gleichzeitig zurück.
Die Logik ist als wiederverwendbare SubApplikation aufgebaut und nutzt logiBUS-Ein-/Ausgänge.
Verwendete Funktionsbausteine (FBs)¶
Sub-Bausteine: Uebung_004b3b_sub¶
Die Hauptapplikation verwendet zwei Instanzen dieses Sub-Bausteins (Uebung_004b3b_sub1 und Uebung_004b3b_sub2).
Der Sub-Baustein bildet ein Toggle-Flip-Flop mit externem RESET-Eingang und SET-Ausgang zur Verriegelung.
- Typ: SubApplikation (eigener Typ
Uebung_004b3b_sub) - Schnittstelle:
- Ereigniseingänge:
IND(Toggle-Impuls),RESET(externer Rücksetzbefehl) - Ereignisausgänge:
EO(Ausgangsimpuls nach Toggle),SET(Signal an das andere Flip-Flop zum Zurücksetzen) -
Datenausgang:
Q(BOOL – aktueller Zustand) -
Verwendete interne FBs:
- E_SWITCH_I1:
iec61499::events::E_SWITCH- Parameter: keine
- Ereigniseingang:
EI - Daten-Eingang:
G(BOOL) - Ereignisausgänge:
EO0(wennG = FALSE),EO1(wennG = TRUE) - Funktion: Leitet den eingehenden Ereignisimpuls abhängig vom Wert von
Gentweder aufEO0oderEO1.
-
E_SR_I1:
iec61499::events::E_SR- Parameter: keine
- Ereigniseingänge:
S(Set),R(Reset) - Ereignisausgang:
EO(wird bei jedem Set- oder Reset-Ereignis ausgelöst) - Datenausgang:
Q(BOOL – gespeicherter Zustand) - Funktion: Set-Reset-Flip-Flop. Wird durch ein Ereignis auf
Sgesetzt (Q = TRUE), durch ein Ereignis aufRzurückgesetzt (Q = FALSE). Der AusgangEOsignalisiert eine Zustandsänderung.
-
Funktionsweise des Sub-Bausteins:
- Ein Ereignis auf
INDwird durchE_SWITCHgeleitet. - Der aktuelle Zustand
Qdes Flip-Flops wird alsGan den Switch geführt.- Ist
Q = FALSE, wird das Ereignis aufEO0(Set-Pfad) gegeben → setztE_SR. - Ist
Q = TRUE, wird das Ereignis aufEO1(Reset-Pfad) gegeben → setztE_SRzurück (Toggle-Verhalten).
- Ist
- Gleichzeitig wird das Set-Ereignis (von
EO0) auch auf denSET-Ausgang gelegt, um das andere Flip-Flop zu verriegeln. - Der externe
RESET-Eingang zwingt das Flip-Flop in den ZustandQ = FALSE.
Programmablauf und Verbindungen¶
Die Verschaltung der Hauptapplikation (Uebung_004b3b) ist wie folgt aufgebaut:
-
Eingänge:
Zwei logiBUS-Digitaleingänge (DigitalInput_CLK_I1undDigitalInput_CLK_I2) werden mit den physikalischen EingängenInput_I1undInput_I2verbunden.
Beide sind auf das EreignisBUTTON_SINGLE_CLICKkonfiguriert – ein Tastendruck löst ein Ereignis aus. -
Verbindung der Ereignisse:
- Das Ereignis
INDvonDigitalInput_CLK_I1wird an den Sub-BausteinUebung_004b3b_sub1.INDgeführt. - Das Ereignis
INDvonDigitalInput_CLK_I2wird anUebung_004b3b_sub2.INDgeführt. - Der
SET-Ausgang vonsub1ist mit demRESET-Eingang vonsub2verbunden. -
Der
SET-Ausgang vonsub2ist mit demRESET-Eingang vonsub1verbunden.
Dies bewirkt die gegenseitige Verriegelung: Sobald ein Flip-Flop gesetzt wird, wird das andere zurückgesetzt. -
Ausgänge:
- Der
Q-Ausgang vonsub1wird an den logiBUS-DigitalausgangDigitalOutput_Q1(Output_Q1) übergeben. - Der
Q-Ausgang vonsub2wird anDigitalOutput_Q2(Output_Q2) übergeben. - Die Ausgangsimpulse (
EO) der Sub-Bausteine triggern die zugehörigen Ausgangsbausteine über dieREQ-Eingänge.
Ablauf Beispiel:
- Drückt man die Taste an I1, wird sub1 getoggelt: Ist Q1 aus, wird es eingeschaltet; der SET-Ausgang setzt sub2 zurück.
- Ist Q1 bereits an, schaltet es aus, ohne das andere zu beeinflussen.
- Ein Tastendruck auf I2 verhält sich analog.
Lernziele:
- Verständnis von Ereignisverdrahtung in IEC 61499
- Aufbau einer gegenseitigen Verriegelung (Radio-Button)
- Verwendung von Toggle-Flip-Flops mit externem Reset
- Arbeit mit logiBUS-Ein-/Ausgangsbausteinen
Schwierigkeitsgrad: Mittel
Vorkenntnisse: Grundlagen der ereignisgesteuerten Logik, Umgang mit 4diac-IDE und logiBUS.
Zusammenfassung¶
Die Übung Uebung_004b3b demonstriert eine elegante Realisierung einer Radio-Button-Logik durch zwei miteinander verriegelte Toggle-Flip-Flops.
Die Kernidee besteht darin, die SET-Ausgänge der Sub-Bausteine kreuzweise mit den RESET-Eingängen zu verbinden, sodass nur ein Ausgang gleichzeitig aktiv sein kann.
Dank der modularen Sub-Applikation lässt sich die Logik leicht auf mehrere Kanäle erweitern.