Der Funktionsblock IA_MSS stellt einen ISOBUS-Adapter für die maschinenselektierte Geschwindigkeit (Machine Selected Speed, MSS) dar. Er kapselt die Kommunikation mit dem zugrunde liegenden ISOBUS-Protokoll (PGN 61474) und stellt die ermittelten Werte für Geschwindigkeit, zurückgelegte Distanz und Timeout-Status über standardisierte Adapter-Schnittstellen bereit. Der Baustein ist typischerweise in einem ISOBUS-fähigen Steuergerät (TECU) eingebettet und ermöglicht eine einfache Integration in IEC 61499-basierte Automatisierungssysteme.
Der IA_MSS-Baustein ist als reiner Adapter-Wrapper realisiert. Er enthält intern eine Instanz des Funktionsblocks isobus::tecu::I_MSS (I_CORE), der die eigentliche ISOBUS-Logik implementiert. Über die Event- und Datenverbindungen werden die externen Schnittstellen des Adapters auf die interne Komponente abgebildet:
Initialisierung – Ein Ereignis auf INIT (mit gesetztem QI) aktiviert I_CORE.INIT. Nach erfolgreicher Initialisierung wird INITO ausgelöst, das die Qualifizierer QO und STATUS an die Ausgänge des Adapters weitergibt.
Datenbereitstellung – Der interne Baustein liefert die selektierte Geschwindigkeit (SELECTEDMACHINESPEED), die Distanz (SELECTEDMACHINEDISTANCE) sowie den Timeout-Status (Q_timeout). Diese Werte werden über die Adapter SPEED, DISTANCE und TIMEOUT ausgegeben, sobald die entsprechenden Ereignisse (IND bzw. TIMEOUT) eintreffen.
Der Adapter stellt also eine saubere Trennung zwischen der ISOBUS-Kommunikation und der Applikationsebene her.
Normkonformität – Der Baustein basiert auf dem ISOBUS-Standard ISO 11783-7 (PGN 61474) für die maschinenselektierte Geschwindigkeit.
Unidirektionale Adapter – Die Ausgänge SPEED, DISTANCE und TIMEOUT sind als unidirektionale Adapter (Typen AUI, AUDI, AX) definiert. Sie übertragen nur Daten vom Baustein zur aufrufenden Applikation; eine Rückkopplung ist nicht vorgesehen.
Adapter-Wrapper – Die interne Logik ist vollständig in der Komponente I_CORE gekapselt. IA_MSS dient ausschließlich der Schnittstellenanpassung und Event-Weiterleitung.
Fehlerbehandlung – Der Initialisierungsstatus wird über STATUS (STRING) und QO (BOOL) signalisiert. Ein eventueller Timeout wird über den TIMEOUT-Adapter gemeldet.
ISOBUS-Steuergeräte (TECU) – Integration in landwirtschaftliche Maschinen, um die von der Zugmaschine oder dem Gerät bereitgestellte Geschwindigkeit auszulesen.
Fahrgeschwindigkeitsregelung – Verwendung der selektierten Geschwindigkeit für teilflächenspezifische Applikationen (z. B. Düngung, Pflanzenschutz).
Distanz- und Wegmessung – Auswertung der zurückgelegten Distanz zur Steuerung von Arbeitsbreiten oder Dokumentationszwecken.
Überwachung der Kommunikation – Erkennung von Timeout-Situationen im ISOBUS-Netzwerk durch den TIMEOUT-Adapter.
I_MSS (direkt) – Der interne Baustein I_CORE vom Typ isobus::tecu::I_MSS bietet die gleiche Funktionalität, aber ohne Adapter-Schnittstellen. IA_MSS erleichtert die Einbindung in Systeme, die auf standardisierten Adaptern (AUI, AUDI, AX) basieren.
Andere ISOBUS-Adapter – Es existieren zahlreiche Adapter für andere PGNs (z. B. für GPS, Arbeitsbreite, Motordrehzahl). IA_MSS ist spezifisch auf die maschinenselektierte Geschwindigkeit ausgelegt.
Der IA_MSS-Baustein ist ein praktischer Adapter-Wrapper für den ISOBUS-Datensatz „Machine Selected Speed“. Er abstrahiert die Kommunikation mit dem ISOBUS-Protokoll und stellt die relevanten Größen (Geschwindigkeit, Distanz, Timeout) über standardisierte unidirektionale Adapter bereit. Dadurch wird eine einfache und wiederverwendbare Integration in IEC 61499-Anwendungen für landwirtschaftliche Maschinen ermöglicht. Der Baustein ist normkonform, robust durch Timeout-Überwachung und eignet sich besonders für den Einsatz in TECU-basierten Steuerungen.