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AI_D_FF_TMIN

AI_D_FF_TMIN


Einleitung

Der Baustein AI_D_FF_TMIN realisiert ein D‑Flip‑Flop (Data Latch) mit einer minimalen zeitlichen Sperre zwischen aufeinanderfolgenden Ausgabeereignissen (inter‑disposal time). Er dient als Adapter‑gekapselte Komponente, die einen asynchron eingehenden Datenwert über einen Socket entgegennimmt, bei einem aktiven Ereignis zwischenspeichert und über einen Plug weitergibt. Die Ausgabe wird dabei erst dann wieder freigegeben, wenn die konfigurierte Mindestzeit ( T_{\text{min}} ) seit der letzten Ausgabe verstrichen ist.

Schnittstellenstruktur

Ereignis-Eingänge

Bezeichnung Typ Mit Variable Kommentar
INIT EInit Tmin Initialisierungsanforderung

Ereignis-Ausgänge

Bezeichnung Typ Mit Variable Kommentar
INITO EInit Bestätigung der Initialisierung

Daten-Eingänge

Bezeichnung Typ Kommentar
Tmin TIME Minimale Zeitspanne zwischen zwei EO‑Ereignissen

Daten-Ausgänge

Der Baustein besitzt keine eigenständigen Daten-Ausgänge; die Ausgabe erfolgt ausschließlich über den Adapter Q.

Adapter

Bezeichnung Typ (Adapter) Richtung Kommentar
I adapter::types::unidirectional::AI Socket Eingangsdaten zum Latchen
Q adapter::types::unidirectional::AI Plug Gelatchter Ausgabewert

Funktionsweise

Der Baustein kapselt den internen Funktionsblock E_D_FF_ANY_TMIN, der das eigentliche D‑Flip‑Flop mit Zeitsteuerung implementiert. Die Verschaltung erfolgt wie folgt:

  • Das Initialisierungsereignis INIT wird zusammen mit dem Parameter Tmin an den internen FB übergeben.
  • Ein Daten‑Latch wird durch ein Ereignis auf dem Socket I ausgelöst (Adapterereignis I.E1). Dieses Ereignis dient als Takt (CLK) für das Flip‑Flop.
  • Der aktuelle Datenwert von I.D1 wird bei jedem Takt übernommen und am Ausgang des internen FBs bereitgestellt.
  • Der interne FB erzeugt am Ausgang EO ein Ereignis, das über den Adapter Q als Q.E1 weitergegeben wird.
  • Zwischen zwei aufeinanderfolgenden EO‑Ereignissen muss mindestens die Zeit Tmin liegen. Geht während dieser Sperrzeit ein weiterer Takt ein, wird der Datenwert zwar gelatcht, die Ausgabe jedoch erst nach Ablauf der Sperrzeit freigegeben.
  • Das Ereignis INITO bestätigt den abgeschlossenen Initialisierungsvorgang.

Technische Besonderheiten

  • Adapter‑Schnittstelle: Die Ein‑ und Ausgabe erfolgen über unidirektionale Adapter vom Typ AI. Diese ermöglichen eine lose Kopplung und einfache Wiederverwendung des Bausteins in unterschiedlichen Umgebungen.
  • Minimale Ausgabezeit: Der Parameter Tmin ermöglicht eine gezielte Begrenzung der Ereignisrate am Ausgang. Damit wird vermieden, dass nachgeschaltete Komponenten durch zu schnelle Ereignisfolgen überlastet werden.
  • Initialisierungspflicht: Vor der ersten Nutzung muss der Baustein über INIT initialisiert werden, da während dieser Phase der interne Zustand gesetzt und Tmin übernommen wird.

Zustandsübersicht

Der Baustein besitzt keinen explizit sichtbaren Zustandsautomaten; das Zeitverhalten wird vollständig durch den internen FB E_D_FF_ANY_TMIN gesteuert. Im Wesentlichen durchläuft der Baustein folgende Phasen:

  1. Initialisierung – Nach Erhalt von INIT wird der interne FB konfiguriert.
  2. Warten auf Takt – Der Baustein wartet auf ein Ereignis am Socket I.
  3. Latchen – Bei Takt wird der Datenwert übernommen und ein Ausgabeereignis erzeugt.
  4. Sperrphase – Nach der Ausgabe wird für die Dauer von Tmin jedes weitere Ausgabeereignis verzögert.
  5. Bereit – Nach Ablauf der Sperrzeit kann erneut ein Takt verarbeitet werden.

Anwendungsszenarien

  • Sensor‑Datenübernahme: Ein asynchron arbeitender Sensor liefert Messwerte, die nur in einem definierten Mindestabstand an ein Steuerungssystem weitergegeben werden sollen (z. B. Temperaturerfassung mit Entprellung).
  • Pufferung zeitkritischer Signale: In Automatisierungsanwendungen, bei denen nachgeschaltete Verarbeitungsbausteine eine begrenzte Ereignisrate tolerieren, wird der Baustein als „Rate Limiter“ eingesetzt.
  • Synchronisation: Der FB kann verwendet werden, um zyklische Abläufe zu synchronisieren, indem er die maximale Aktualisierungsrate eines Ausgangssignals begrenzt.

Vergleich mit ähnlichen Bausteinen

Baustein Beschreibung Unterschied zu AI_D_FF_TMIN
E_D_FF Einfaches D‑Flip‑Flop ohne Zeitbegrenzung Keine Mindestzeit zwischen Ausgabeereignissen
E_D_FF_ANY D‑Flip‑Flop für beliebige Datentypen Ebenfalls ohne zeitliche Steuerung
AI_D_FF D‑Flip‑Flop mit Adapter‑Schnittstelle Fehlende Tmin‑Option
E_CYCLE Takterzeuger mit einstellbarer Periode Erzeugt periodische Ereignisse, kein Latch

Der AI_D_FF_TMIN vereint die Funktionalität eines Adapter‑gekapselten Flip‑Flops mit einer frei konfigurierbaren Ausgabesperre – eine Kombination, die in Standard‑Flip‑Flops nicht enthalten ist.

Fazit

AI_D_FF_TMIN bietet eine kompakte Lösung für das Zwischenspeichern und zeitlich kontrollierte Weitergeben von Daten über Adapterschnittstellen. Die integrierte Mindest‑Ausgabezeit schützt nachgelagerte Bausteine vor Überlastung und erlaubt eine robuste Signalverarbeitung in industriellen Steuerungssystemen. Durch die modulare Adapter‑Schnittstelle ist der Baustein flexibel in verschiedenste 4diac‑Netzwerke integrierbar.