E_TRIG
Einleitung
Der E_TRIG ist ein spezieller Service-Funktionsbaustein nach IEC 61499. Seine Aufgabe ist es, unverbundene Ereignis-Eingänge eines bestimmten Typs (Namens) innerhalb einer Ressource programmatisch auszulösen. Dies ermöglicht fortgeschrittene Steuerungs- und Initialisierungs-Szenarien.
Schnittstellenstruktur
Ereignis-Eingänge:
REQ (Request): Löst den Trigger-Mechanismus aus.
Verbundene Daten:
EVENTTYPE
Ereignis-Ausgänge:
CNF (Confirmation): Bestätigt, dass der Trigger-Befehl abgesetzt wurde.
Daten-Eingänge:
EVENTTYPE: Der Name der Ereignis-Eingänge, die ausgelöst werden sollen (Datentyp:
STRING).Standardwert: ‚EInit‘
Funktionsweise
Trigger-Anforderung: Bei einem
REQ-Ereignis liest der Baustein den amEVENTTYPE-Eingang anliegenden String.Interne Auslösung: Der Baustein weist die 4diac-Laufzeitumgebung (die Ressource) an, alle unverbundenen Ereignis-Eingänge von Funktionsbausteinen innerhalb derselben Ressource zu finden, deren Name mit dem
EVENTTYPE-String übereinstimmt.Ereignis-Generierung: Die Laufzeitumgebung löst diese gefundenen Ereignis-Eingänge aus.
Bestätigung: Unmittelbar nachdem der Befehl abgesetzt wurde, löst der
E_TRIG-Baustein seinCNF-Ereignis aus.
Beispiel:
Angenommen, mehrere Funktionsbausteine in einer Ressource haben einen unverbundenen Eingang namens INIT. Ein E_TRIG-Baustein mit EVENTTYPE = 'INIT' würde bei einem REQ all diese INIT-Eingänge gleichzeitig auslösen, um eine erneute Initialisierung dieser Bausteine zu erzwingen.
Technische Besonderheiten
Service-Baustein: Dies ist kein einfacher Logik-Baustein, sondern eine Schnittstelle zu einem speziellen Dienst der 4diac-Laufzeitumgebung.
Wirkt auf unverbundene Eingänge: Die Funktionalität zielt explizit auf Eingänge, die nicht grafisch im Netzwerk verdrahtet sind. Dies ist ein mächtiges, aber mit Vorsicht zu verwendendes Feature.
Standard-Anwendungsfall
EInit: Der Standardwert ‚EInit‘ deutet auf den primären Anwendungsfall hin: das manuelle Auslösen von Initialisierungs-Ereignissen, die normalerweise nur beim Start einer Ressource einmalig ausgeführt werden.
Anwendungsszenarien
Manuelle Re-Initialisierung: Zurücksetzen von Teilen einer Anwendung in einen definierten Anfangszustand, ohne die gesamte Ressource neu starten zu müssen.
Dynamische Konfiguration: Nach dem Laden einer neuen Konfiguration können relevante Bausteine über einen gezielten
E_TRIG-Aufruf dazu gebracht werden, die neuen Parameter zu übernehmen.Test und Debugging: Manuelles Auslösen von bestimmten Ereignissen in einer laufenden Anwendung zu Testzwecken.
🛠️ Zugehörige Übungen
Fazit
Der E_TRIG-Baustein ist ein Werkzeug für fortgeschrittene Anwendungsfälle und für Entwickler, die tiefere Kenntnisse der 4diac-Ausführungsumgebung haben. Er bietet eine leistungsstarke Methode, um die normale, grafisch definierte Ereignisfluss-Logik zu umgehen und direkt mit der Laufzeitumgebung zu interagieren. Er sollte mit Bedacht eingesetzt werden, da seine Wirkung nicht unmittelbar aus dem grafischen Netzwerk ersichtlich ist.