E_N_TABLE

E_N_TABLE

Einleitung

Der E_N_TABLE (Event N-Table) ist ein Funktionsbaustein nach IEC 61499, der eine endliche Sequenz von zeitlich versetzten Ereignissen auf separaten Ausgängen generiert. Er kombiniert intern einen tabellengesteuerten Zeitgeber (E_TABLE) mit einem Demultiplexer (E_DEMUX), um eine Kette von Ereignissen zu erzeugen, bei der jedes Ereignis auf einem eigenen Kanal ausgegeben wird.

E_N_TABLE

Schnittstellenstruktur

Ereignis-Eingänge

  • START: Startet die Generierung der Ereignissequenz.

    • Verbundene Daten: DT, N

  • STOP: Stoppt die Sequenz vorzeitig.

Ereignis-Ausgänge

  • EO0: Gibt das erste Ereignis der Sequenz aus (Index 0).

  • EO1: Gibt das zweite Ereignis der Sequenz aus (Index 1).

  • EO2: Gibt das dritte Ereignis der Sequenz aus (Index 2).

  • EO3: Gibt das vierte Ereignis der Sequenz aus (Index 3).

Daten-Eingänge

  • DT: Ein Array von Zeitdauern (Datentyp: TIME, Größe: 4). DT[i] definiert die Verzögerungszeit, die vor dem i-ten Ereignis gewartet wird.

  • N: Die Gesamtzahl der zu generierenden Ereignisse (Datentyp: UINT, max. 4 für diesen Baustein).

Funktionsweise

  1. Start der Sequenz: Ein START-Ereignis löst den internen E_TABLE-Baustein aus. Die Anzahl der zu generierenden Ereignisse wird durch N festgelegt.

  2. Erstes Ereignis: Der Baustein wartet die in DT[0] definierte Zeitspanne ab. Danach wird das erste Ereignis am Ausgang EO0 ausgelöst.

  3. Folgeereignisse: Der Baustein wartet die in DT[1] definierte Zeitspanne ab und löst dann das zweite Ereignis an EO1 aus. Dieser Prozess wiederholt sich für die nächsten Ereignisse gemäß den Zeitdauern in DT[2], DT[3] usw., bis N Ereignisse generiert wurden.

  4. Ende der Sequenz: Die Sequenz endet automatisch, nachdem N Ereignisse ausgelöst wurden.

  5. Stopp: Ein STOP-Ereignis bricht die Sequenz an jeder Stelle sofort ab.

Beispiel:

  • N = 3

  • DT = [T#2s, T#5s, T#1s]

  • Nach einem START-Ereignis:

    1. Nach 2 Sekunden wird EO0 ausgelöst.

    2. Weitere 5 Sekunden später wird EO1 ausgelöst.

    3. Weitere 1 Sekunde später wird EO2 ausgelöst.

    4. Die Sequenz ist beendet. EO3 wird nicht ausgelöst.

Technische Besonderheiten

  • Sequenzgenerator: Erzeugt eine Kette von einzelnen, zeitlich versetzten Ereignissen.

  • Demultiplexing: Jedes Ereignis in der Kette wird auf einen eigenen, dedizierten Ausgang geleitet.

  • Tabellengesteuert: Die Zeitabstände zwischen den Ereignissen sind nicht fix, sondern werden aus dem DT-Array gelesen.

Anwendungsszenarien

  • Steuerung von Schrittketten: Jeder Ausgang (EO0, EO1, …) kann einen nachfolgenden Schritt in einer Prozesskette anstoßen.

  • Komplexe Ansteuerung: Ansteuern verschiedener Aktoren in einer genau definierten zeitlichen Abfolge (z.B. Ventile in einem Spülprozess).

  • Testautomatisierung: Generieren einer komplexen, zeitlich definierten Stimulus-Sequenz für ein Testobjekt.

🛠️ Zugehörige Übungen

Fazit

Der E_N_TABLE ist ein mächtiger Baustein zur Erzeugung von komplexen, zeitlich definierten Ereignisketten. Im Gegensatz zu einem einfachen E_CYCLE, der nur einen periodischen Takt erzeugt, ermöglicht E_N_TABLE die Definition von variablen Zeitabständen und die Verteilung der einzelnen Sequenz-Ereignisse auf separate Kanäle. Dies macht ihn ideal für die Steuerung von sequenziellen Prozessen.