sequence_ET_04_04ï
Einleitungï
Der Funktionsblock sequence_ET_04_04 ist ein Sequenzer mit 8 AusgĂ€ngen, der zur Steuerung von AblĂ€ufen in der Automatisierungstechnik dient. Er realisiert eine feste Zustandsfolge, wobei die ĂbergĂ€nge zwischen den ZustĂ€nden entweder durch ein externes Ereignis oder durch einen einstellbaren Zeitablauf ausgelöst werden können. Der Baustein ist besonders fĂŒr Anwendungen geeignet, bei denen eine zyklische oder schrittweise Aktivierung von AusgĂ€ngen erforderlich ist.
Schnittstellenstrukturï
Ereignis-EingĂ€ngeï
EI1: Allgemeines Eingangsereignis. FĂŒhrt im Startzustand (xSTART) zu einer Selbsttransition (kein Zustandswechsel).START_S1: Startet die Sequenz oder springt von den ZustĂ€nden 1-3 zurĂŒck in Zustand 4 bzw. von den ZustĂ€nden 5-8 zurĂŒck in den Endzustand (sState_00). Löst den Ăbergang vom Startzustand (xSTART) oder vom Endzustand (sState_00) in den ersten aktiven Zustand (sState_01) aus.S4_S5: Löst den Ăbergang vom Zustand 4 (sState_04) in den Zustand 5 (sState_05) aus. Dies ist der einzige manuelle Ăbergang in der Sequenz.EI_RESET: Setzt die Sequenz von jedem beliebigen aktiven Zustand in den Reset-Zustand (sRESET) und anschlieĂend in den Endzustand (sState_00) zurĂŒck.
Ereignis-AusgĂ€ngeï
CNF: AusfĂŒhrungsbestĂ€tigung (Execution Confirmation). Wird bei jedem Zustandswechsel ausgelöst und liefert die neue Zustandsnummer (STATE_NR).EO_S1bisEO_S8: Zustandsereignisse. Werden beim Eintritt in den entsprechenden Zustand (State_01 bis State_08) ausgelöst und liefern den zugehörigen booleschen Datenausgang (DO_Sx).EO_RESET: Wird beim Durchlaufen des Reset-Zustands (sRESET) ausgelöst.
Daten-EingĂ€ngeï
DT_S1_S2(TIME): Zeit fĂŒr den automatischen Ăbergang von State_01 zu State_02. Initialwert:NO_TIME(deaktiviert).DT_S2_S3(TIME): Zeit fĂŒr den automatischen Ăbergang von State_02 zu State_03. Initialwert:NO_TIME(deaktiviert).DT_S3_S4(TIME): Zeit fĂŒr den automatischen Ăbergang von State_03 zu State_04. Initialwert:NO_TIME(deaktiviert).DT_S5_S6(TIME): Zeit fĂŒr den automatischen Ăbergang von State_05 zu State_06. Initialwert:NO_TIME(deaktiviert).DT_S6_S7(TIME): Zeit fĂŒr den automatischen Ăbergang von State_06 zu State_07. Initialwert:NO_TIME(deaktiviert).DT_S7_S8(TIME): Zeit fĂŒr den automatischen Ăbergang von State_07 zu State_08. Initialwert:NO_TIME(deaktiviert).DT_S8_START(TIME): Zeit fĂŒr den automatischen Ăbergang von State_08 zurĂŒck in den Endzustand (sState_00). Initialwert:NO_TIME(deaktiviert).
Daten-AusgĂ€ngeï
STATE_NR(SINT): Aktuelle Zustandsnummer.0= START/State_00,1= State_01, âŠ,8= State_08.DO_S1bisDO_S8(BOOL): Logische AusgĂ€nge, die anzeigen, ob der entsprechende Zustand aktiv ist. Werden beim Zustandseintritt aufTRUEund beim Verlassen aufFALSEgesetzt.
Adapterï
timeOut(Plug, Typ:iec61499::events::ATimeOut): Wird fĂŒr die Realisierung der zeitgesteuerten ZustandsĂŒbergĂ€nge verwendet. Der FB startet (START) und stoppt (STOP) den Timer und setzt die Verzögerungszeit (DT).
Funktionsweiseï
Der FB arbeitet als Basic Function Block (BFB) mit einem erweiterten endlichen Automaten (ECC). Die Sequenz durchlĂ€uft normalerweise die ZustĂ€nde 1 bis 8 in fester Reihenfolge. Der Ăbergang von Zustand 4 zu Zustand 5 erfolgt ausschlieĂlich durch das externe Ereignis S4_S5. Alle anderen ĂbergĂ€nge (1â2, 2â3, 3â4, 5â6, 6â7, 7â8, 8âEnde) können zeitgesteuert erfolgen, sofern die entsprechende Zeit (DT_...) nicht auf NO_TIME gesetzt ist.
Jeder aktive Zustand (1-8) setzt seinen zugehörigen booleschen Ausgang (DO_Sx) auf TRUE und startet ggf. den Timer fĂŒr den nĂ€chsten Ăbergang. Beim Verlassen des Zustands wird der Ausgang auf FALSE zurĂŒckgesetzt. Bei jedem Zustandswechsel wird das BestĂ€tigungsereignis CNF mit der neuen STATE_NR ausgelöst.
Das Ereignis START_S1 dient nicht nur zum initialen Start, sondern auch zum âZurĂŒckspringenâ innerhalb der Sequenz: Von den ZustĂ€nden 1-3 springt es zurĂŒck in Zustand 4, von den ZustĂ€nden 5-8 zurĂŒck in den Endzustand (sState_00). Ein EI_RESET bricht die Sequenz von jedem Punkt aus ab, deaktiviert alle AusgĂ€nge und bringt den FB in den konsistenten Endzustand sState_00.
Technische Besonderheitenï
Hybride Triggerung: Kombination von ereignis- und zeitgesteuerten ZustandsĂŒbergĂ€ngen.
Flexible Zeitsteuerung: Jeder zeitgesteuerte Ăbergang kann individuell durch Setzen der
DT_...-EingÀnge konfiguriert oder durch den WertNO_TIMEdeaktiviert werden.Sicherer Reset: Der Reset-Vorgang (
EI_RESET) stoppt sicher alle laufenden Timer und setzt alle internen AusgĂ€nge zurĂŒck.ZustandsrĂŒcksprung: Das
START_S1-Ereignis ermöglicht spezifische RĂŒcksprĂŒnge in die Sequenz, was komplexe Steuerungsmuster unterstĂŒtzt.
ZustandsĂŒbersichtï
Der ECC umfasst folgende ZustÀnde:
xSTART: Initialer, inaktiver Zustand.sState_01bissState_08: Aktive ArbeitszustĂ€nde der Sequenz.sState_00: Inaktiver Endzustand nach Abschluss der Sequenz.sRESET: Reset-Zustand, der von allen aktiven ZustĂ€nden aus angesprungen werden kann.sState_05_RESET/sState_00_RESET: ZwischenzustĂ€nde fĂŒr die speziellen RĂŒcksprungaktionen viaSTART_S1.
Anwendungsszenarienï
Steuerung von Batch-Prozessen: Schrittweise Aktivierung von Ventilen, Pumpen oder Heizungen in einem chemischen Prozess.
Verkettete MaschinenablÀufe: Steuerung der einzelnen Schritte in einer Montage- oder Verpackungslinie.
TeststĂ€nde: Automatisierte, zyklische PrĂŒfablĂ€ufe mit konfigurierbaren Wartezeiten zwischen den Testschritten.
Sicherheitssequenzen: Geordnetes An- und Abfahren einer Anlage.
âïž Vergleich mit Ă€hnlichen Bausteinenï
Im Vergleich zu einfachen Timern (z.B. TON) oder ZĂ€hlern (z.B. CTU) bietet dieser FB eine vordefinierte, komplexe Zustandslogik mit mehreren AusgĂ€ngen. GegenĂŒber generischen Schrittketten-Bausteinen (SFC) ist er weniger flexibel, aber dafĂŒr spezifischer, einfacher zu konfigurieren und bietet integrierte Reset- und Sprungfunktionen. Er stellt eine spezialisierte Lösung fĂŒr 8-stufige Prozesse dar.
Fazitï
Der sequence_ET_04_04 ist ein robuster und praktischer Sequenzer fĂŒr Standardautomationsaufgaben mit bis zu acht Schritten. Die Kombination aus Zeit- und Ereignissteuerung sowie die integrierten Sicherheits- und RĂŒcksetzfunktionen machen ihn zu einer zuverlĂ€ssigen Komponente fĂŒr sich wiederholende SteuerungsablĂ€ufe. Seine StĂ€rke liegt in der klaren Struktur und einfachen Parametrierung der ZustandsĂŒbergĂ€nge.